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Jahr 2022 – Jahresbericht

2. 2. 2023

Kurz gesagt: Die Mission wächst, wir haben in Mútnik eine Kapelle gebaut, wir besuchen weitere Roma-Siedlungen, auch in Pfarreien im Osten, wir haben unser Team erweitert, ein großes Auto gekauft und nehmen Kinder mit auf Ausflüge, wir haben ein Set zur Herstellung christlicher T-Shirts gekauft und haben einen Onlineshop, die Kinder lernen bei uns in Werkstätten und Gruppen, die Sonntagsgottesdienste für Erwachsene kommen sehr gut an.

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Missionswerk in Klenovec

Kapelle

Mit Freude und manchmal mit hängender Zunge sehen wir, wie der Dienst wächst und Frucht bringt. Letzten Herbst haben unsere Roma-Kinder das Sakrament der Myronsalbung (Firmung) empfangen. Seitdem gehen sie regelmäßig zur Beichte und zur heiligen Kommunion, und irgendwie sind wir zu einer richtigen geistlichen Familie geworden. Damit meine ich, dass wir alle spüren, dass wir uns irgendwie näher sind und uns aufrichtig gernhaben. Und nach und nach sieht man auch eine Veränderung in ihrem Verhalten. Wenn wir irgendwo mit ihnen hinkommen, stellen wir fest, dass wir (meistens) sehr liebe, hilfsbereite und folgsame Kinder haben. :-)

Ausflüge

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Etwa zur gleichen Zeit haben wir mit Gottes Hilfe ein Auto mit neun Plätzen gekauft und angefangen, die Kinder aus der Roma-Siedlung auf Ausflüge mitzunehmen. Wir versuchen, jeden Monat einen Ausflug zu machen, bei dem wir geistlichen Dienst, Unterricht und Spaß verbinden. Meistens fahren wir in eine andere Pfarrei, besuchen dort den Gottesdienst, und danach folgt ein gemeinsames Programm, ein Ausflug in die Natur oder zu einer Attraktion. In der letzten Ferienwoche haben wir ein Lager mit Ausflügen veranstaltet, für das sich die Kinder mit Punkten anmeldeten, die sie als Belohnung bekommen. Sie lieben die Ausflüge, und das motiviert sie auch für weitere Aktivitäten.

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Gruppen und Werkstätten

Seit dem Frühling gibt es eine Mathegruppe. Wir kochen auch weiter mit den Mädchen, dort lernen sie, einfache Kuchen und Gebäck zu backen. Neu dazugekommen ist eine Multimedia-Werkstatt, in der die Kinder lernen, mit dem Computer zu arbeiten. Wir haben mit kurzen Videos angefangen – ihre Werke können Sie sich auf YouTube im Kanal von Martin Halík) ansehen. Seit Oktober drucken wir in den Multimedia-Werkstätten zusätzlich zu den Videos auch eigene christliche T-Shirts. Wir haben ein Druckset zum Bedrucken von Textilien angeschafft und bringen den Kindern Geschicklichkeit, Feinmotorik und Computergrafik bei. Es macht allen viel mehr Spaß, wenn sie ihren Entwurf aufdrucken können, als wenn er nur auf dem Bildschirm bleibt. Die Gruppe ist sehr beliebt, und die Kinder bringen begeistert eigene T-Shirts mit, die sie bedrucken wollen, und manche alten Stücke haben richtig zu strahlen begonnen. Wir haben einen Onlineshop eröffnet, damit unsere Herstellungskosten gedeckt sind. Wir verschicken auch nach Tschechien, und in den nächsten Tagen kommt unser Weihnachts-T-Shirt dazu. :-) Wir möchten auch, dass Christen erschwingliche, ansprechende und moderne Kleidung tragen können, die ihren Glauben verkündet. Das Projekt läuft gerade erst an, und wir freuen uns über Rückmeldungen oder auch Ideen für Aufdrucke.

Die Jungen besuchen weiterhin die Maurerwerkstätten, in denen sie unter der Anleitung des Baumeisters Herrn Hruška ihre handwerklichen Grundfertigkeiten verbessern. Neben dem Maurern lernen sie z. B., wie man verschiedene Werkzeuge schleift, wie man Holz richtig für den Winter lagert, wie die Elektrik funktioniert, ganz allgemein den Umgang mit Holz als Material und weitere Fertigkeiten, die man für den Unterhalt eines Hauses braucht, damit sie eines Tages fähig sind, ein Haus zu bauen und sich darum zu kümmern.

Das Ziel unserer Gruppen ist es, die Kinder auf einen künftigen Beruf vorzubereiten, ihnen zu einer weiterführenden Schulbildung zu verhelfen und ihnen so zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.

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Erwachsene

Neben der Arbeit mit den Kindern sind die Gottesdienste für Erwachsene die Neuheit dieses Jahres. Es begann mit der Verteilung von Mehl und Öl. Als wir nach einigen Jahren die Bedingung einführten, dass jeder, der Mehl und Öl holen kommt, wenigstens kurz mit uns betet, denn Gott ist der, der uns das Brot gibt und für jeden sorgt, gingen die Leute plötzlich dankbar und mit einem Lächeln wieder weg. Und als wir nach einiger Zeit anfingen, Mehl und Öl nach dem Sonntagmorgengottesdienst zu verteilen, kamen plötzlich viele Menschen „nach Mehl und Öl“ (jeden Sonntag 20-30 Menschen), auch solche, die beides nie gebraucht haben und auch heute nicht brauchen. Es scheint, als gäbe ihnen das geschenkte Mehl und Öl eine gesellschaftlich annehmbare Rechtfertigung für den Besuch des Gottesdienstes, denn „es wird ja etwas verteilt“, und niemand wird sich über jemanden lustig machen, er sei „so ein Frommer“ oder „das sei was für Kinder“.

Für die Mütter läuft weiterhin die Kleiderkammer, um die sich jetzt Martins Eltern kümmern, denn Míša erwartet (nun jeden Tag) ihr nächstes Baby. :-) Gefragt sind vor allem Kinderkleidung und Schuhe, eventuell auch Unterwäsche.

Freiwilligen-Wochenenden

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Letzten Herbst haben wir zum ersten Mal eine Gruppe Freiwilliger aus Brno und Umgebung begrüßt, unter der Leitung von Jan Bleha. Die Freiwilligen haben ein Programm für die Kinder vorbereitet, uns beim Sortieren der Kleiderkammer geholfen, und einige haben auch bei den Bauarbeiten mit angepackt. Die Zusammenarbeit lief gut, und so waren sie seitdem noch zweimal hier (im April und im September). Wir hoffen, dass sie sich auch in Zukunft vielversprechend weiterentwickelt. Die Kinder freuen sich sehr auf die „Tschechen“ und haben sie gern. Wir sehen, dass es die Kinder motiviert. Immer machen auch welche mit, die aufgehört hatten, zu uns zu kommen, und manche bekommen dadurch neuen Schwung für weitere Aktivitäten oder wenigstens dafür, zum Gottesdienst zu kommen. Mehr über die Freiwilligen-Wochenenden, samt Infos zu geplanten Veranstaltungen, finden Sie unter https://dobrovikendy.wordpress.com/.

Umbau

Letztes Jahr ist es gelungen, das untere Stockwerk umzubauen. Dort sind eine kleine Kapelle, eine Küche, eine neue Speisekammer, ein Bad mit WC und noch ein zweites, separates WC entstanden. Dieses Jahr haben wir mit Gottes Hilfe den Dachboden fertiggestellt, samt neuem Dach. Aus dem ursprünglich ungedämmten Lagerraum wurde ein geräumiger Wohnraum für Besucher, und dadurch haben wir mehr Übernachtungsplätze. Im Moment sind die Arbeiten ins mittlere Stockwerk gewandert. Dort müssen noch die Elektrik und der Boden erneuert werden, und danach natürlich die Wände und Decken hergerichtet werden.

Weitere Roma-Siedlungen

Mútnik

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Der Unterricht für die Kinder in der nahen Roma-Siedlung Mútnik hat inzwischen eine feste und regelmäßige Form bekommen. Trotzdem mussten wir uns mit praktischen Problemen und mit der Raumfrage befassen. Mútnik ist eine kleinere Siedlung mit einem größeren gemauerten Gebäude und kleinen Holzhütten rundherum. Es gibt dort weder einen ordentlichen Zugang zu Wasser noch Strom, und auch keine gemeinsamen Räume, in denen wir uns treffen könnten. Im Sommer ist es angenehm, draußen zu unterrichten. Aber wohin, wenn der Winter kommt, zumal es früh dunkel wird und wir Licht brauchen? Gott sei Dank hat uns schon letzten Winter jedes Mal eine Familie aus dem großen Haus bei sich aufgenommen und uns Räume für den Unterricht der Kinder gegeben. Man sah aber, dass es für sie eine Last war, dass der Platz nicht reichte und dass es auf Dauer nicht tragbar ist. Deshalb haben wir uns entschieden, ein eigenes Blockhaus zu bauen, als Klassenzimmer und kleine Kapelle. Gott sei Dank ist es uns gelungen, die stillschweigende Zustimmung des Bürgermeisters von Hnúšťa zu bekommen, und später auch den Segen des Bischofs für die Weihe der neuen Kapelle. Das Gebäude wurde Ende Juni fertiggestellt und im Juli als Kapelle der heiligen Maria Magdalena geweiht. Die Kinder aus Mútnik haben schon beim Bau selbst bereitwillig mitgeholfen. Sie freuen sich begeistert auf jeden Unterricht, wenn sie in ihrer kleinen Kapelle lernen dürfen. Sie wollen sogar kaum mehr spielen, sondern gleich lernen. :-) Nach dem Unterricht lernen die geschicktesten Kinder noch Ukulele spielen.

In der kleinen Kapelle haben auch regelmäßige Gottesdienste für Kinder und Erwachsene begonnen. Sie werden von dem Priester Štefan Pružinský aus Spišská Nová Ves gehalten, der dafür anreist.

Hačava

Im April ist es uns gelungen, in die Roma-Siedlung in Hačava vorzudringen, die etwa 10 km von Klenovec in Richtung Tisovec liegt. Seit vielen Jahren beten wir für diese Siedlung. Wir gingen einmal im Jahr zu kurzen Evangelisationen dorthin, aber nie gelang es uns, dort einen regelmäßigen Unterricht zu beginnen. Die Lage hat sich geändert, und so haben wir mit den Kindern mit Liedern und Spielen angefangen und ihnen nach und nach unsere Arbeitsblätter und das Punktesystem mit Belohnungen vorgestellt. Sie haben sich recht begeistert an die Arbeit gemacht, die Zusammenarbeit läuft gut und beginnt sich zu entwickeln. Hačava haben im Sommer Martins Eltern übernommen, und die Kinder haben sie sehr ins Herz geschlossen. Die Lage in Hačava ist aber schwierig. Vielen Kindern fehlt dort ein Elternteil, die Männer sind oft zur Arbeit weg und vertrinken dann zu Hause den ganzen Lohn. Wir wären deshalb für Gebete sehr dankbar.

Orthodoxe Pfarreien

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Wir haben Ihnen schon geschrieben, dass Martin Theologie studiert und gern Priester werden würde. Mit Freude können wir mitteilen, dass er das Studium dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen hat (hurra, hurra!). Auf seine Bitte um die Weihe hat der Bischof bisher allerdings abschlägig geantwortet. Er hat uns aber für die Roma-Mission gesegnet und gesagt, dass er eine solche Initiative begrüßt. Während des Studiums hat Martin viele Priester kennengelernt, die in der Ostslowakei wirken. Fast in jeder Pfarrei gibt es eine Roma-Siedlung oder wenigstens eine Kolonie, und das öffnet der Roma-Mission ein großes Wirkungsfeld. Durch das Projekt Operácia vianočné dieťa von Samaritan`s Purse ist es uns gelungen, zwei davon in die weitere Zusammenarbeit und in den Unterricht über Gott einzubinden. Es sind die Dörfer Závadka und Váradka. Manchmal liegt der Unterricht ganz in den Händen der Priester, aber von Zeit zu Zeit schafft es Martin, auch dorthin zu fahren und bei der nicht leichten Arbeit zu helfen. An beide Orte haben wir auch einige unserer Roma-Kinder mitgenommen, damit sie anderen Kindern mit dem helfen, was sie selbst schon gelernt haben.

Unser Team

Als letzte Neuigkeit möchten wir in unserem Missionsteam der Christlichen Roma-Mission neue Mitglieder begrüßen, nämlich die schon erwähnten Eltern von Martin, Libor und Dáša. Schon seit über einem Jahr kommen sie jedes zweite Wochenende zum Dienst und helfen aus. Auch dank ihnen konnte die Mission wachsen und aufblühen. Die Kinder in Klenovec und in Hačava haben sie sehr gern und haben sie als die Ihren angenommen. Libor hat als Priester die Gottesdienste für die Erwachsenen übernommen, die seinen einfachen und geradlinigen Predigten mit Interesse zuhören. Er hilft auch beim Mathematikunterricht und in der Kleiderkammer. Dáša kümmert sich in Klenovec vor allem um die Mädchen, sei es mit Unterricht oder mit dem Kochen, das sie von Míša übernommen hat. Bei Míša sind natürlich mehr Mutterpflichten dazugekommen, und sie hat nicht mehr so viel Zeit für den Dienst als solchen. Gemeinsam fahren sie dann nach Hačava.

Im Dezember werden wir dann das jüngste Mitglied im Team begrüßen. Es soll ein kleiner Junge namens Mikuláš zur Welt kommen (falls die Ärztin sich nicht geirrt hat :) ).

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Das ist von uns vorerst alles. Wir danken Ihnen fürs Lesen und bitten um Gebete für alles, was hier genannt ist, und auch für die Mission und für unsere Familie insgesamt.

Gott segne Sie!

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